Hilfe für Leukämiekranke überwindet viele Grenzen
17.04.2015
In den ersten drei Monaten 2015 ließen sich mehr als 8000 Spender in die Datei der Stefan-Morsch-Stiftung aufnehmen – 125 Menschen spendeten Stammzellen


André Mahler, Stammzellspender 2015
„Das Netzwerk der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke ist gigantisch geworden“, sagt Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stefan-Morsch-Stiftung. Ende 2014 waren weltweit 25 Millionen Menschen als Stammzellspender registriert, in der Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld allein weit mehr als 400.000. Täglich sind er und die Mitarbeiter in ganz Deutschland unterwegs, um weiter junge, gesunde Menschen als Spender zu gewinnen. Allein seit Anfang des Jahres wurden so mehr als 8000 potenzielle Lebensretter aufgenommen – 2000 mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.


Usmann Quammer, Typisiert bei der Aktion am Gymnasium Birkenfeld.

„Statistik ist aber nicht alles“, so Morsch. Ihm geht es auch nach fast 30 Jahren Stiftungsarbeit darum, dass Menschen eine Chance haben, den Blutkrebs zu besiegen. Deshalb ist er stolz darauf, dass allein von Januar bis März 2015 insgesamt 125 Stammzellspender aus der Datei für Patienten vermittelt wurden. „Ich will helfen“, André Mahler aus dem benachbarten Landkreis Kusel ist einer dieser Spender, der für einen ihm völlig unbekannten Menschen seine Angst vor Spritzen überwunden hat. In der Birkenfelder Entnahmestation hat er sich Stammzellen aus dem peripheren Blutkreislauf entnehmen lassen. Per Kurier ging dann das Transplantat zu dem Patienten, dessen genetische Merkmale nahezu identisch mit Mahlers sind. Eine solche Übereinstimmung ist die Voraussetzung, damit überhaupt eine solche möglicherweise lebensrettende Transplantation gelingen kann.


Die Stiftung ist stolz auf Spender wie den 23-jährigen André Mahler: „Nur durch Menschen wie ihn, ist unsere Arbeit überhaupt möglich. Nur durch die Spender kann es solche Transplantationen geben, die jeden Tag irgendwo auf der Welt ein Menschenleben retten.“ Den inzwischen 72-Jährigen Emil Morsch fasziniert diese Hilfsbereitschaft der Spender immer wieder aufs Neue.


In den vergangenen Wochen war er selbst viel in Schulen in Morbach im Hunsrück, in St. Wendel im Saarland, aber auch in Koblenz und in Nordrhein-Westfalen unterwegs. In einem guten Dutzend Schulen hat er vor Jugendlichen über das Thema Stammzellspende, aber auch über seine eigene Familiengeschichte referiert – was es für seinen Sohn Stefan bedeutet hat, einen Stammzellspender zu finden. „Ich habe viele Jugendliche getroffen, die sich mit ganz viel Engagement für das Leben anderer einsetzen. Mehr als 500 Schüler haben sich bis März als Stammzellspender registrieren lassen“, erzählt Morsch. Usmann Quammer, Schüler des Birkenfelder Gymnasiums, ist einer von ihnen. Er sagt: „Es ist schon immer mein Traum, Menschen zu helfen, deshalb habe ich mich registrieren lassen. Als Stammzellspender kann man sich bereits mit 16 Jahren registrieren lassen - mit dem Einverständnis der Eltern. Meine Eltern haben sich gefreut, dass ich mich verantwortlich für das Leben anderer Menschen fühle. Deshalb haben sie die Typisierung unterstützt.“


Morsch will mehr Schulen als Kooperationspartner gewinnen: „Kommende Woche sind wir an einer Schule in Lüdinghausen, mit der wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten. Allein dort haben sich über die Jahre hinweg, schon mehrere Tausend Schüler registrieren lassen.“



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