ZKRD-Standards aktualisiert
19.01.2015
Stellungnahme der Stefan-Morsch-Stiftung zu Neuerungen beim deutschen Zentralregister


Die Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands.

Mit Beginn des Jahres 2015 wurde ein wichtiger Passus aus den deutschen Standards für die nicht verwandte Blutstammzellspende geändert. Bislang wurde bei der Aufnahme der Spender explizit abgefragt, ob der Spender homosexuell sei. Diese Frage fällt nun weg. Der Vorstand der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, begrüßt diese Änderung sehr: „Bei der Stammzellspende geht es darum, einem todkranken Menschen Hoffnung auf Leben zu schenken. Stammzellspender tun dies freiwillig und unentgeltlich. Wir haben es stets missbilligt, Menschen danach einzuordnen, ob sie mit einem Menschen gleichen Geschlechts Sex haben oder nicht. Daher freuen wir uns, dass diese diskriminierende Formulierung nun vom Tisch ist.“


Hintergrund ZKRD-Standards: Die deutschen Standards für die nicht verwandte Blutstammzellspende wurden von der Arbeitsgruppe für ZKRD-Standards auf Basis der unten beschriebenen gesetzlichen Grundlagen erarbeitet. Diese Arbeitsgruppe setzt sich aus Vertretern des ZKRD, der Spenderdateien – darunter auch der Stefan-Morsch-Stiftung - der Sucheinheiten, Nabelschnurblutbanken und Entnahmeeinheiten zusammen. Die Standards beziehen sich auf die wesentlichen Bereiche der Gewinnung und Betreuung von nicht verwandten Blutstammzellspendern, der Vermittlung und Bereitstellung der entsprechenden therapeutischen Präparate sowie auf die an diesem Prozess beteiligten Organisationen. Sie orientieren sich in allen wesentlichen Punkten an den Standards der World Marrow Donor Association (WMDA). Diese Standards sollen ein hohes Maß an Qualität und Sicherheit sowie eine einheitliche Vorgehensweise bei der Spendergewinnung, Testung, Suche, Spende und beim Transport von hämatopoetischen Präparaten gewährleisten. Dies dient sowohl der Wahrung der Interessen aller Spender und Patienten als auch der Schaffung einer besseren Transparenz für alle beteiligten Organisationen im In- und Ausland. Die ZKRD-Standards sind bindende Mindestanforderungen, die von den einzelnen Organisationen durchaus strenger gefasst werden können.Dazu das ZKRD und mehr Info:




Hintergrund zur Gesetzeslage: Sowohl die Stammzellspenderdateien als auch das ZKRD handeln aufgrund folgender gesetzlicher Grundlagen. Die Bundesärztekammer erstellt im gesetzlichen Auftrag (§§ 12a und 18 TFG, 16b TPG) im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut die „Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie)“ sowie die „Richtlinie zur Herstellung und Anwendung von hämatopoetischen Stammzellzubereitungen“, in denen unter anderem niedergelegt ist, wer Blut, auch Blutstammzellen, spenden kann. In diesen Richtlinien sind beispielsweise verschiedene Gründe aufgeführt, die zwingend zu einer zeitweiligen oder dauerhaften Zurückstellung von der Spende führen müssen. Dort ist nachzulesen: Aufgrund ärztlicher Entscheidung kann nach individueller Risikoabwägung von einzelnen Voraussetzungen der Spendereignung gemäß den Hämotherapie-Richtlinien und der TPGGewV abgewichen werden. Im Gegensatz zur Blutspende, bei der i. d. R. auf einen großen Pool an potentiellen Spendern zurückgegriffen werden kann, ist bei der Entscheidung über die Eignung eines Spenders für eine Transplantation von HSZZ eine individuelle Risikoabwägung geboten. Ein höheres Risiko z. B. der Übertragung einer CMV-Infektionskrankheit kann in Kauf genommen werden, falls alternativ kein anderer immunologisch geeigneter Stammzellspender zur Verfügung steht. Mehr Info: 



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