Lebacher Gymnasiasten suchen Lebensretter für Leukämiepatienten
17.09.2015
Johannes-Kepler-Gymnasium plant beim Schulfest am Samstag, 26. September, eine Typisierungsaktion


Wie sieht ein Lebensretter aus? Fragt man Kinder, sagen die meisten: „Groß, stark, mit vielen Muskeln.“ Am Johannes-Kepler-Gymnasium in Lebach bekommen die Besucher des geplanten Schulfestes am Samstag, 26. September, eine genauere Vorstellung von so einem Helden. Denn die Schüler planen zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung eine Typisierungsaktion. Sie wollen Mitschüler ab 16 Jahren und Besucher bis 40 Jahre dazu motivieren, sich als potenzielle Lebensretter für an Leukämie erkrankte Menschen registrieren zu lassen.


Die Schüler des Johannes-Kepler-Gymnasiums in Lebach machen sich für die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke stark.

Den Anstoß dazu hat Sport- und Mathelehrer Markus Reinhard gegeben, der selbst als potenzieller Stammzellspender registriert ist. Jetzt wurde die Stiftung in die Schule eingeladen, um ganz konkret Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke zu leisten. Denn die JKG-Schüler in Lebach wissen: 11 000 Menschen erkranken jedes Jahr an Leukämie. Viele davon sind Kinder oder Jugendliche. Haben Chemotherapie und/oder Bestrahlung keinen Erfolg, ist die Stammzelltransplantation die einzige Hoffnung. Jedoch nur, wenn es einen Spender gibt, dessen Gewebemerkmale passen. Je mehr Menschen als potenzielle Lebensretter erfasst sind, desto größer sind die Chancen für einen Patienten den geeigneten Spender zu finden – einen genetischen Zwilling.


Deshalb plant das Gymnasium eine Typisierungsaktion beim Schulfest. Von 10 bis 15 Uhr kann man sich im Elternsprechzimmer des JKG-Lebach (Die Örtlichkeit ist ausgeschildert!) als Stammzellspender registrieren lassen. Die Schule hofft, dass der Aufruf große Wirkung zeigt.


Eine Typisierung ist ganz einfach: Zunächst sollte man sich über die Stammzellspende informieren – am einfachsten über die Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de), bei den Mitarbeitern der Stiftung, die beim Schulfest für alle Fragen bereit stehen oder über die kostenlose Hotline: 08 00 - 766 77 24. Über einen Gesundheitsfragebogen werden die wichtigsten Ausschlusskriterien abgefragt – etwa schwere Vorerkrankungen oder starkes Übergewicht. Ist der Fragebogen unterschrieben, wird eine kleine Blutprobe oder eine Speichelprobe genommen. Diese Probe wird im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung analysiert. Der neu registrierte Spender erhält eine Spendernummer. Das bedeutet: Die Gewebemerkmale, das Alter und Geschlecht sowie weitere transplantationsrelevante Werte werden anonym beim Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) hinterlegt. Jetzt stehen die anonymisierten Daten für weltweite Suchanfragen von Patienten zur Verfügung.


Wichtig zu wissen, ist: Als Schüler kann man sich bereits mit 16 Jahren registrieren lassen – vorausgesetzt das schriftliche Einverständnis der Eltern liegt vor. Gesunde Erwachsene werden bis 40 Jahre kostenlos in die Datei der Stefan-Morsch-Stiftung aufgenommen. Wird man später – nach einigen Monaten oder nach Jahren um eine Stammzellspende gebeten, wird immer die Spendebereitschaft und der Gesundheitsstatus erneut abgefragt.


Die Stefan-Morsch-Stiftung erklärt zudem wie eine Stammzellspende funktioniert: Es gibt zwei Möglichkeiten Stammzellen zu entnehmen. Stammzellen können aus dem Beckenknochen entnommen werden. Dabei wird niemals das Rückenmark entnommen. Die häufiger angewandte Methode ist aber die sogenannte Stammzellapherese, bei der die Stammzellen aus dem peripheren Blut gesammelt werden. Die Entnahme ähnelt einer Blutplasmaspende.



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