Viele wollen leukämiekrankem Mädchen aus Urmitz helfen
15.07.2015
Landrat Dr. Saftig unterstützt den Aufruf zur Typisierung am Freitag, 24. Juli, 16 bis 20 Uhr, in der Peter-Häring-Halle in Urmitz


Mit diesem Plakat wird für die Typisierungsaktion der Stefan-Morsch-Stiftung in Urmitz (Kreis Mayen-Koblenz) geworben.

„Wir wollen helfen, was können wir tun?“ Diese Frage erreicht das Organisationsteam einer Typisierungsaktion im Landkreis Mayen-Koblenz in 100facher Form. Auch der Landrat Dr. Alexander Saftig hat diese Frage gestellt und nun die Schirmherrschaft für den Aufruf übernommen. Er ruft mit dazu auf, sich für ein kleines Mädchen in Urmitz und andere Leukämiepatienten als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung typisieren zu lassen. Jeder gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 40 Jahren kann sich am Freitag, 24 Juli 2015, von 16 bis 20 Uhr, in der Peter-Häring-Halle, Kaltenengerser Str. 5, in Urmitz als potenzieller Lebensretter registrieren lassen. 




Hintergrund: Jedes Jahr erkranken etwa 11 000 Menschen an Leukämie – allein in Deutschland. Manchmal ist es ein Freund, ein Kollege oder die Mutter einer Bekannten. Manchmal trifft es aber auch ein Kind, so wie jetzt in Urmitz am Rhein. Eltern und Freunde eines kleinen Mädchens wissen: Das Kind braucht dringend einen passenden Stammzellspender – sonst besteht keine Chance auf Heilung. Landrat Dr. Saftig hat spontan und aus Überzeugung seine Unterstützung zugesagt. Er informiert die Koblenzer Behörden. Zudem will er seine Verbindungen in die Schulen und zu den regionalen Unternehmen nutzen, um für die Registrierung als Stammzellspender zu werben: "Mich bewegt das Schicksal der Familie sehr. Sie braucht jetzt alle Kraft, um gegen eine furchtbare Krankheit anzukämpfen. Deshalb möchte ich ein klein wenig dazu beitragen, dass wir möglichst viele Menschen mobilisiert bekommen, sich am 24. Juli in Urmitz bei der Typisierungsaktion registrieren zu lassen. Für jeden, der zur Typisierung kommt, ist es ein kleiner Schritt. Für ein kleines zehnjähriges Mädchen und viele andere Leukämiepatienten kann es die Lebensrettung bedeuten."


Auch der Urmitzer Ortsbürgermeister Norbert Bahl  gehört dem Unterstützerkreis an – der Aufruf steht auf der Homepage der Gemeinde. Auf Facebook und auf der kostenlosen Info-Hotline der Stefan-Morsch-Stiftung (08 00 - 766 77 24) oder über www.stefan-morsch-stiftung.de kann  sich jeder über die Voraussetzungen zur Typisierung informieren. 


Spendenkonto: Kennwort TYP Ö, ist bei der KSK Birkenfeld IBAN: DE35 5625 0030 0000 0797 90 BIC: BILADE55XXX eingerichtet.


Videoaufruf in Youtube


Veranstaltung auf Facebook




Der Landrat des Kreises Mayen-Koblenz, Dr. Alexander Saftig, ist Schirmherr der Typisierungsaktion der Stefan-Morsch-Stiftung in Urmitz.

Wie wird man Stammzellspender und was passiert dann?


Unter „Typisierung“ versteht man die Laborarbeiten und die Registrierung der Daten, die für eine Aufnahme in die Stammzellspenderdatei notwendig sind. Doch zunächst steht die Information über die Stammzellspende im Vordergrund. Auch ein Gesundheitsfragebogen muss ausgefüllt und unterschrieben werden. Darin wird nach schweren Krankheiten, dem Alter und der Zahl der Schwangerschaften gefragt. Aus einer Blutprobe – es genügt ein Fingerhut voll Blut – werden die Gewebemerkmale im Labor bestimmt. Gleiches funktioniert auch mit einer Speichelprobe. Die Merkmale (HLA-Werte) werden in der Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Von dort werden sie anonym an das deutsche Zentralregister (ZKRD) übermittelt und stehen für weltweite Suchanfragen zur Verfügung.


Sie sind gesund und volljährig? Sie wollen leukämie- und tumorkranken Menschen helfen? Wer nicht älter als 40 Jahre ist, kann kostenlos typisiert werden. Auch die Zahl der Schwangerschaften ist relevant: Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften werden nur sehr selten als Stammzellspender ausgewählt. 2014 waren es nur 1,2 Prozent der Spender. Denn während einer Schwangerschaft bilden Frauen Antikörper, die nach heutigen Erkenntnissen einen Transplantationserfolg gefährden können.


Auch Menschen, die älter sind als 40 Jahre, werden seltener als Stammzellspender ausgewählt. Die Wahrscheinlichkeit, zur Spende gebeten zu werden, ist bei einem Aufnahmealter von unter 20 Jahren zehn Mal so hoch ist wie bei einem Aufnahmealter von gut 45 Jahren, sagen auch Experten des ZKRD.


Kommt es später dazu, dass man als Spender helfen kann, wird man von der Stefan-Morsch Stiftung kontaktiert. Die Mitarbeiter beraten und begleiten die während der gesamten Vorbereitung auf die Stammzellspende. Der Verdienstausfall und alle anderen anfallenden Kosten werden von der Stiftung getragen oder der Krankenkasse des Patienten ersetzt. Vor der Spende werden umfassende Gesundheitstests durchgeführt und über die Spende aufgeklärt. Dann bekommt man die Chance einem leukämie- oder tumorkranken Menschen das Leben zu retten.


Weitere Ausschlusskriterien lassen sich auf der Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) nachlesen. Für Fragen ist die gebührenfreie Hotline 08 00 - 766 77 24 der Stammzellspenderdatei freigeschaltet.


Leukämie kann jeden treffen. Jeder kann helfen. Wer nicht als Stammzellspender registriert werden kann, hat die Möglichkeit, durch eine Spende die Typisierung eines geeigneten Spenders zu finanzieren. Das Spendenkonto für Lebensretter, Kennwort TYP Ö, ist bei der KSK Birkenfeld IBAN: DE35 5625 0030 0000 0797 90 BIC: BILADE55XXX eingerichtet.



» Der Urmitzer Ortsbürgermeister Norbert Bahl unterstützt den Aufruf ebenfalls. ( 3.0 MB)
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