Stefan-Morsch-Stiftung sucht am Tag der Verkehrssicherheit Lebensretter
15.06.2015
Auf dem Messegelände in Idar-Oberstein geht es am Samstag, 20. Juni, rund um Crashtests und Unfallprävention – Stefan-Morsch-Stiftung bietet Registrierung als Stammzellspender an


Am roten Doppeldeckerbus der Stiftung kann man sich über die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke informieren.

Ein Auto wird in zehn Metern Höhe von einem Kran ausgeklinkt und schlägt mit einer Aufprallgeschwindigkeit von etwa 50 Kilometern in der Stunde auf dem Asphalt auf. Wie laut das ist, wie sich das Auto verformt und wie Feuerwehr und Rettungsdienst Dummies befreien, kann jeder am Tag der Verkehrssicherheit, Samstag, 20. Juni, auf dem Messegelände in Idar-Oberstein (Kreis Birkenfeld) bei den Live-Crashtests hören und sehen. Von 10 bis 18 Uhr stellen Hilfsorganisationen wie Polizei, Feuerwehr, DRK, ASB und THW ihre Arbeit vor. Am roten Doppeldeckerbus der Stefan-Morsch-Stiftung kann man sich außerdem über die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke informieren und sich mit einer Speichelprobe als potenzieller Lebensretter in der Stammzellspenderdatei registrieren.


Jedes Jahr erkranken etwa 11 000 Menschen an Leukämie – allein in Deutschland. Wenn Chemotherapie und Bestrahlung nicht helfen, ist eine Stammzelltransplantation die letzte Chance. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich gesunde Spender als mögliche Lebensretter zur Verfügung stellen. In Spenderdateien wie der weltweit vernetzten Stefan-Morsch-Stiftung sind derzeit 25 Millionen Menschen registriert, nichtsdestotrotz ist es oft noch ein Glücksfall, wenn sich ein passender Spender findet. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, dass einem an Leukämie erkrankten Menschen mit Blutkrebs geholfen werden kann.


Eine Typisierung ist ganz einfach: Gesunde Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren können sich kostenlos registrieren. In einem Gesundheitsfragebogen werden die wichtigsten Ausschlusskriterien abgefragt – etwa schwere Vorerkrankungen, starkes Übergewicht und die Zahl der Schwangerschaften. Ist der Fragebogen vollständig ausgefüllt und unterschrieben, wird eine kleine Blut- oder Speichelprobe abgenommen. Diese Probe wird im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung analysiert und die für eine Transplantation wichtigen Gewebemerkmale (HLA-Werte) in der Spenderdatei der Stiftung gespeichert. Das bedeutet: Die HLA-Werte, das Alter und Geschlecht sowie weitere transplantationsrelevante Werte werden anonym hinterlegt. Gemeinsam mit der Spendernummer werden diese an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) übermittelt, um für weltweite Suchanfragen von Patienten zur Verfügung zu stehen.


Sollten Sie noch Fragen haben – die Stefan-Morsch-Stiftung ist unter der gebührenfreien Hotline 08 00 - 766 77 24 oder über info@stefan-morsch-stiftung.de erreichbar. Auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de oder via Facebook kann man sich ebenfalls informieren.


Weitere Informationen zum Tag der Verkehrssicherheit findet man bei Facebook.


 



Warum liegt das Typisierungsalter bei der Stefan-Morsch-Stiftung bei 40 Jahren?
Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine kostenlose Neuaufnahme hat die Stefan-Morsch-Stiftung auf 40 Jahre festgelegt, weil ältere Spender, nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Das lässt sich statistisch belegen: Zwei Drittel des ausgewählten Spender in der Datei waren jünger als 40 Jahre (Stand: 01-2015). Denn die Transplanteure wissen, dass sich mit zunehmendem Alter die Zellteilung verlangsamt und die Beschwerden bei den potenziellen Spendern zunehmen. Deshalb bittet die Stefan-Morsch-Stiftung Spender, die älter als 40 Jahre sind, einen Beitrag für die Typisierungskosten zu leisten. Denn als gemeinnützige Organisation werden die Registrierungen aus Spendengeldern finanziert: „Diese Gelder wollen und müssen wir verantwortungsvoll einsetzen, um Spender zu registrieren, die eine höchst mögliche Chance haben auch ein Leben zu retten“, so eine Stiftungssprecherin. Das wird durch den ZKRD-Jahresbericht 2013 (Seite 14) untermauert: „Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich einmal zur Spende gebeten zu werden, ist bei einem Aufnahmealter von unter 20 Jahren dreimal so hoch wie im Alter von 35 Jahren und zehn Mal so hoch wie bei einem Aufnahmealter von gut 45 Jahren.“



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