HLA-Workshop: Wer sind die Guten im Kampf gegen Leukämie?
11.06.2015
Am 11. und 12. Juni 2015 werden im Opal-Hotel in Idar-Oberstein Laborfachleute aus dem gesamten deutschsprachigen Raum tagen


Tobias Roth arbeitet seit Anfang 2015 im HLA-Labor der Stefan-Morsch-Stiftung
Wenn Tobias Roth, Mikrobiologe bei der Stefan-Morsch-Stiftung, über Leukozyten und Bakterien spricht, dann klingt das ein bisschen wie ein Science-Fiction-Thriller. Doch mit Fiktion hat das, was er kommende Woche beim HLA-Workshop der Stefan-Morsch-Stiftung im Opal-Hotel in Idar-Oberstein berichten wird, wenig zu tun. Bei dem Workshop für Laborexperten aus ganz Deutschland geht es um das echte Leben – und um das Überleben von Leukämiepatienten.


Susanne Morsch, Vorstandsmitglied der Stefan-Morsch-Stiftung, beim HLA-Workshop 2014.

Tobias Roth ist einer von 15 Referenten, die bei der Tagung die medizinischen und mikrobiologischen Aspekte bei der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke beleuchten werden. Seit fast einem halben Jahr arbeitet der 31-Jährige bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, mit Sitz im benachbarten Birkenfeld. Zuvor hat er an der Universität Tübingen promoviert. Staphylokokken waren bis dahin sein Spezialgebiet: „Das sind Krankheitserreger und als Bakterien wahre Meister im Tarnen und Täuschen!“ In seinem Referat wird er die hinterhältigen Tricks aufdecken, die Salmonellen, Listerien und Co nutzen, um den Leukozyten zu entkommen, den wichtigsten Bestandteilen unseres Immunsystems. Die heißen übersetzt weiße Blutzellen und gehören zu den Guten im Kampf gegen den Blutkrebs. Tobias Roth ist schon gespannt auf den Workshop und was die Kollegen dort berichten werden.


Einer von Ihnen ist Dr. Harald Biersack, ehemals am Idar-Obersteiner Klinikum tätig, arbeitet er heute in der Onkologie der Universität in Lübeck. Sein Vortrag trägt den Titel: „Ene mene muh und raus bist Du!“ Dabei erklärt er als Transplanteur, was bei der Spendersuche entscheidend ist. Die Perspektive des Suchzentrums vermittelt Susanne Morsch als Leiterin des Internationalen Suchzentrums in Birkenfeld. Dr. Enzmann vom Universitätsklinikum Düsseldorf wird dann einen Überblick über die relativ neuen Methode bei der Analyse von Blutproben geben: Next-Generation Sequenzing (NGS). Ein wichtiges Thema auch im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung. Bei der Stammzelltransplantation ist die Übereinstimmung der HLA-Merkmale von Patient und Spender von entscheidender Bedeutung da schon kleinste Unterschiede zwischen den HLA-Merkmalen schwerwiegende Folgen für den Patienten haben könnten. Die hochauflösende NGS ist ein Verfahren zur Bestimmung selbst kleinster HLA-Variationen und damit die ideale Testmethode für Transplantationszwecke – und sie ist wesentlich leistungsfähiger als herkömmliche Methoden. Dass dieses Verfahren in den Laboren Alltag wird, daran hat unter anderem Tobias Roth in den vergangenen Monaten gearbeitet: „Zusammen mit Kooperationspartnern wurde die Alltagstauglichkeit dieses Verfahren unter Beweis gestellt“, so Roth. Er will durch seine Arbeit dazu beitragen, dass für Patienten, deren Leben von einer Transplantation abhängig ist, schneller der optimale Spender gefunden werden kann.


Weitere Infos zur Anemldung und zum Programm finden Sie hier




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