Viele Helfer für Leukämiepatienten in Dickschied
25.04.2015
52 Menschen ließen sich als möglicher Stammzellspender typisieren – Viele Spenden zugunsten der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke


Die 52 Speichelproben sind im Labor der Stiftung angekommen und werden auf die HLA-Werte analysiert.

Nur ein kleiner Rest blieb von der Gulaschsuppe übrig und am Kuchen- und Getränkestand wurde am Sonntag im Dickschieder Dorfgemeinschaftshaus auch kräftig zugunsten der Leukämie- und Tumorhilfe gekauft. Viele steckten Münzen und Scheine in die Spendenboxen der Stefan-Morsch-Stiftung und wer konnte, ließ sich als Stammzellspender bei der Stammzellspenderdatei registrieren – 52 Männer und Frauen sind jetzt mögliche Lebensretter für Leukämiekranke.


Die 23-jährige Carina Brygier hat mit ihrer Idee, eine Hilfsaktion für Leukämiepatienten zu organisieren, die Bürger in Heidenrod bewegt. Die Gemeinde, der Ortsbeirat Dickschied, Firmen, Vereine, Freunde, Bekannte und Menschen aus der Umgebung hat sie dazu animiert, sich für Leukämiekranke stark zu machen. Bis kurz vor der Aktion wurden bereits rund 500 Euro an Spenden überwiesen, Hilfe beim Verteilen der Plakate angeboten, der Aufruf bei Facebook immer wieder geteilt, weitererzählt oder einfach nur gelobt, was in Dickschied passiert. Spendengelder verwendet die Stefan-Morsch-Stiftung, um Patienten in finanziellen Notlagen zu unterstützen und um die Laborkosten, die bei jeder Typisierung entstehen, zu finanzieren.


Carina Brygier ist zufrieden: „Alles ist rundum gut gelaufen und hat reibungslos geklappt. Ein riesiges Dankeschön an die Helfer, ohne die es nicht möglich gewesen wäre! Weit mehr als 20 Helfer aus den Vereinen, Familien- und Bekanntenkreis haben tatkräftig geholfen.“


Jedes Jahr erkranken rund 11 000 Männern, Frauen und Kindern an Leukämie – allein in Deutschland. Helfen Chemotherapie und Bestrahlung nicht, ist die Transplantation gesunder Stammzellen häufig die letzte Chance. Um irgendwann einem Patienten diese Chance zu geben, ließ sich die 23-jährige Carina Brygier vor fast einem Jahr typisieren. Aber sie wollte noch mehr helfen und andere auf die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke aufmerksam machen.


Die 52 Speichelproben werden im Labor der Stiftung aus Birkenfeld auf die genetischen Gewebemerkmale, die so genannten HLA-Werte, analysiert. Im Anschluss werden die Daten in der Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Von dort werden die HLA-Werte, das Alter und Geschlecht sowie weitere transplantationsrelevante Werte anonym im ZKRD hinterlegt. Unter einer Spendernummer sind sie dann für weltweite Suchanfragen für Patienten abrufbar. Stimmen die Merkmale mit denen eines Patienten überein, nehmen Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung den Kontakt auf. 


Der Vorstandsvorsitzende Emil Morsch erklärt: „Eine Typisierungsaktion wie in Heidenrod-Dickschied hat nachhaltige Wirkung. Vielleicht wird in wenigen Wochen oder Monaten ein Spender, der sich hier typisieren ließ, einem Menschen Hoffnung auf Leben schenken können. In jedem Fall aber bietet die Typisierung die Chance, dass nach Jahren, aber auch noch Jahrzehnte später Leben gerettet werden kann.“


Ich konnte nicht kommen. Kann man sich auch online registrieren?
Über die Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) kann man sich jederzeit als Stammzellspender erfassen lassen. Über den Online-Registrierungsbutton auf der Startseite kommt man zur Einverständniserklärung. Dort müssen eine Reihe von Gesundheitsfragen beantwortet werden, deshalb sollte die PDF „Wie werde ich Spender?“ vorab genau gelesen werden. Nach dem Ausfüllen der Einverständniserklärung bekommt man ein Registrierungsset mit genauer Anleitung zugeschickt. Für Spender, die jünger als 40 Jahre sind, entstehen dabei keine Kosten.


Die Stefan-Morsch-Stiftung bittet um Geldspenden. Warum?
Die Krankenkassen dürfen nach den geltenden Sozialgesetzen die Kosten der Ersttypisierung von Spendern nicht übernehmen. Die Kassen sind nur für die Vergütung von Leistungen für einen konkreten Patienten zuständig und dazu zählen Ersttypisierungen bei der Neuaufnahme von Spendern nicht. Die Spenderdatei finanziert die Typisierung deshalb überwiegend aus Spenden. Für die Neuaufnahme eines Spenders entstehen der Stefan-Morsch-Stiftung Kosten in Höhe von mehr als 50 Euro.



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