Bundeswehr ruft zur Typisierung beim Crosslauf in Berlin auf
06.05.2015
Unter dem Motto „fit für den Einsatz“ messen sich am 6. Mai in Berlin Angehörige des öffentlichen Dienstes – Registrierung als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung


Unter dem Motto "fit für den Einsatz" organisiert das Lazarettregiment 31 "Berlin" einen Crosslauf.

Dass sie fit für den Einsatz sind, beweisen Bundeswehrsoldaten, Polizisten, Feuerwehrleute und andere Angehörige des öffentlichen Dienstes beim Crosslauf des Lazarettregiments 31 „Berlin“. Startschuss für den 13,4 Kilometer Crosslauf und den Einsteigerlauf über sieben Kilometer ist 10.30 Uhr, in der Döberitzer Heide (Standortübungsplatz der Bundeswehr). Schirmherr ist der Senator für Inneres und Sport von Berlin. Neben Sport steht auch Information bei Gewerkschaften und Verbänden auf dem Plan. Auch die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands älteste Stammzellspenderdatei, ist vor Ort und klärt über die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke auf. Von 8.30 bis 15 Uhr können sich gesunde Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren als Stammzellspender in der Datei registrieren.


Laufen, balancieren, klettern, kriechen und kurz vor dem Ziel wartet ein schlammiges Bad - zum fünften Mal organisiert das Lazarettregiment 31 „Berlin“ den Crosslauf, gemeinsam mit der Evangelischen und Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung. Teilnehmen können bundesweit alle Angehörigen öffentlicher Dienststellen. Gleichzeitig ist der Lauf für den Bundeswehrstandort Berlin die Standortmeisterschaft im Crosslauf. Die besten drei Teams werden mit einem Pokal und einer Urkunde ausgezeichnet. In der Einzelwertung werden die drei schnellsten Frauen und Männer geehrt.


„Unser Ziel ist es einerseits zeigen zu können, dass Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute jederzeit fit für den Einsatz sind. Andererseits möchten wir natürlich auch den engeren Kontakt unter den öffentlichen Dienststellen knüpfen, weiter ausbauen und pflegen. Zusätzlich beabsichtigen wir mit dem Erlös der Veranstaltung wiederholt soziale Projekte zu unterstützen“, erklärt Projektleiter Leutnant Michael Bucks.


Seit mehreren Jahren ist die Bundeswehr ein starker Partner der Stefan-Morsch-Stiftung. Seit 2010 rufen sie gemeinsam bundesweit in den Niederlassungen der Bundeswehr dazu auf, sich als möglicher Lebensretter für Leukämiekranke in der Datei zu registrieren. Allein im Jahr 2014 typisierten sich so fast 12000 Angehörige der Bundeswehr. Leutnant Michael Bucks weiß: „Mit jeder Typisierung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein genetisch passender Spender für Leukämiepatienten gefunden wird – dass ein Menschenleben gerettet wird. Wir hoffen, dass sich viele Menschen beim Crosslauf in der Stammzellspenderdatei registrieren.“


Und das ist ganz einfach: Nachdem ein Gesundheitsfragebogen ausgefüllt und die Einverständniserklärung unterschrieben ist, wird eine Speichelprobe genommen. Aus der Probe werden die für die Transplantation von Stammzellen relevanten Gewebemerkmale (HLA-Werte) im Labor bestimmt und in der Datei gespeichert. Stimmen die HLA-Werte mit denen eines Patienten überein, nehmen Mitarbeiter der Stiftung den Kontakt auf.


Online anmelden kann man sich noch bis Mittwoch, 22. April. Die Anmeldegebühr beträgt 10 Euro. Nachmelden kann man sich für 12 Euro am 6. Mai vor dem Startschuss ab 7.30 Uhr. Weitere Informationen und anmelden kann man sich unter http://www.bundeswehr-berlincrosslauf.de/index.html




Mit diesem Plakat wird für den Lauf geworben.

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Stammzellspende:


Warum liegt das Typisierungsalter bei der Stefan-Morsch-Stiftung bei 40 Jahren?
Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine kostenlose Neuaufnahme hat die Stefan-Morsch-Stiftung auf 40 Jahre festgelegt, weil ältere Spender, nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Das lässt sich statistisch belegen: Zwei Drittel des ausgewählten Spender in der Datei waren jünger als 40 Jahre (Stand: 01-2015). Denn die Transplanteure wissen, dass sich mit zunehmendem Alter die Zellteilung verlangsamt und die Beschwerden bei den potenziellen Spendern zunehmen. Deshalb bittet die Stefan-Morsch-Stiftung Spender, die älter als 40 Jahre sind, einen Beitrag für die Typisierungskosten zu leisten. Denn als gemeinnützige Organisation werden die Registrierungen aus Spendengeldern finanziert: „Diese Gelder wollen und müssen wir verantwortungsvoll einsetzen, um Spender zu registrieren, die eine höchst mögliche Chance haben auch ein Leben zu retten“, so eine Stiftungssprecherin. Das wird durch den ZKRD-Jahresbericht 2013 (Seite 14) untermauert: „Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich einmal zur Spende gebeten zu werden, ist bei einem Aufnahmealter von unter 20 Jahren dreimal so hoch wie im Alter von 35 Jahren und zehn Mal so hoch wie bei einem Aufnahmealter von gut 45 Jahren.“


Ich bin bereits typisiert. Soll ich nochmal?
Wer bereits typisiert ist, sollte sich nicht noch einmal registrieren lassen. Egal, wo er registriert ist, die Daten aller Stammzellspenderdateien stehen anonymisiert über das deutsche Zentralregister des ZKRD für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Wer mehrfach registriert ist, würde als Mehrfach-Treffer erscheinen und so zunächst den Eindruck erwecken, es gäbe mehrere Spender zur Auswahl. Letztendlich wäre das eine trügerische Hoffnung. Wer schon typisiert ist, sollte jedoch überlegen, ob die Spenderdatei noch die aktuellen Kontaktdaten hat. Über die Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-Stiftung.de) lassen sich die aktuellen Kontaktdaten online eintragen.


Wie lange bleibe ich in der Stammzellspenderdatei registriert?
Bis zum 61. Lebensjahr kann man Stammzellen spenden. Statistische Auswertungen haben jedoch gezeigt, dass ältere Spender sehr viel seltener von den Ärzten als Spender ausgewählt werden. Das Ergebnis dieser Auswertung entspricht den aktuellen Forschungsergebnissen an denen sich gängigen Kriterien zur Spenderauswahl orientieren.


Wie funktioniert eine Stammzellspende?
Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.




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