Solinger planen Blutspende-Marathon mit der Stefan-Morsch-Stiftung
05.05.2015
Blutspende und Typisierung am Pfingstmontag im Theater- und Konzerthaus - 1 x Stechen, 2 x Hilfe für Leukämie und Tumorkranke


Wie wichtig sind Blutspenden? Diese Frage wird zum 11. Mal beim Blutspende-Marathon in Solingen beantwortet. Zusammen mit dem Solinger Tagblatt organisiert der DRK Blutspendedienst West am Pfingstmontag, 25 Mai, 10 bis 17 Uhr, im Theater- und Konzerthaus der Stadt, in der Konrad-Adenauer-Straße einen Aufruf. In diesem Jahr ist auch die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands älteste Stammzellspenderdatei, mit dabei. Denn Blutspenden sind auch für Leukämie- und Tumorpatienten von großer Bedeutung. 




„Der Termin rund um Pfingsten ist für uns besonders wichtig, denn in dieser Zeit versorgen wir mit den Solinger Blutspenden nicht nur Nordrhein Westfalen sondern auch das Saarland und Teile von Rheinland Pfalz“, wird Detlef Hasenkox vom Blutspendedienst West im Solinger tagblatt zitiert, dass der Medienpartner dieser Aktion ist.


Der überwiegende Teil der Empfänger von Bluttransfusionen sind heute Patienten mit bösartigen Erkrankungen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die beispielsweise an Blutkrebs (Leukämie) erkrankt sind. Dies hängt neben der eigentlichen Erkrankung insbesondere mit der modernen Chemotherapie zusammen. Diese Chemotherapie führt in vielen Fällen zu einer vorübergehenden Unterdrückung der körpereigenen Blutbildung im Knochenmark (Aplasie). Daher sind Patienten in diesen kritischen Behandlungsphasen auf lebenswichtige Blutübertragungen angewiesen. Viele moderne und heilende Behandlungsverfahren, gerade im Kampf gegen Krebs, können nur durchgeführt werden, wenn für diese Patienten genügend Blut zur Verfügung steht. So helfen Blutspenden auch über die Wartezeit hinweg, die es dauert, um beispielsweise einen passenden Stammzellspender zu finden, wenn eine Transplantation erforderlich ist, erklärt Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.


Unter dem Motto "1 x Stechen, 2 x Helfen" sollen möglichst viele Menschen von der Wichtigkeit der Blutspende überzeugt und auch zur Typisierung motiviert werden. Zur Spende sind nicht nur die fleißigen regelmäßigen Blutspender aufgerufen, sondern auch besonders die Menschen, die zum ersten Mal mit 500 Millilitern Blut zur guten Sache beitragen möchten. Inklusive ist die Bestimmung der Blutgruppe sowie ein kostenloser Gesundheits-Check samt Arztgespräch. Als Dankeschön werden alle Spender zum Pfingst-Buffet eingeladen. Zudem gibt es ein Rahmenprogramm und Kinderbetreuung.


Wer kann sich als Stammzellspender registrieren lassen? Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren aufnehmen lassen. Wer nicht älter als 40 Jahre ist, kann kostenlos typisiert werden. Doch es gibt Ausschlusskriterien für die Stammzellspende, über die man sich vor der Typisierung informieren sollte – schwere Krankheiten und die Zahl der Schwangerschaften sind relevant.


Ist der Gesundheitsfragebogen unterschrieben, wird bei der Blutspende einfach ein Fingerhut voll Blut mehr abgenommen. Aus der Blutprobe werden die Gewebemerkmale des Spenders analysiert. Die Merkmale werden bei der Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert und anonym an das deutsche Zentralregister übermittelt. So stehen sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung.


Mehr Info: Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de), gebührenfreie Info-Hotline 08 00 - 766 77 24, info@stefan-morsch-stiftung.de. 


Wie funktioniert eine Stammzellspende? Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.



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