PlanE im Kampf gegen den Blutkrebs
28.01.2015
Beim Plan E-Hobbyturnier des FC St. Arnual kann man sich am Samstag, 31. Januar in Saarbrücken-Brebach als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen.


Die Damen vom FC St. Arnual unterstützen den Aufruf zur Typisierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung.

Es ist keine zwei Wochen her, da waren die Damenfußballerinnen vom FC St. Arnual in Blieskastel und erreichten dort einen einmaligen Sieg. Sie waren die Turniermannschaft mit den meisten typisierten Spielerinnen. Das gab einen Extra-Preis für die Mannschaft, die die meisten potenziellen Lebensretter bei der ältesten deutschen Stammzellspenderdatei, der Stefan-Morsch-Stiftung, stellte. Jetzt haben starten sie selbst einen Aufruf: Am Samstag, 31. Januar, 11 bis 14 Uhr, kann sich jeder junge Erwachsene beim PlanE Hobbyturnier, in Saarbrücken-Brebach, Rosenstraße, in die Datei der Stiftung aufnehmen lassen.


Heike Gunkelmann, die die Damenmannschaft gegründet hat, erklärt: „Ich hatte eigentlich schon immer mal vor, eine Typisierungsaktion zu organisieren. Ich habe selbst ein Kind und finde das Thema wichtig.“ Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Je nach Leukämieart variieren die Heilungsaussichten. Oftmals reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt. Deshalb wirbt die Stefan-Morsch-Stiftung für eine „Typisierung“ – eine Registrierung in der Spenderdatei. Das bedeutet: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Blutabnahme und Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe(knapp ein Fingerhut voll Blut) oder einem Abstrich der Wangenschleimhaut werden die Gewebemerkmale des Spenders im hauseigenen Labor der Stiftung bestimmt und bei der Spenderdatei gespeichert. Von dort werden sie anonym dem Zentralregister in Ulm (ZKRD) übermittelt, wo sie mit denen der Patienten weltweit verglichen werden können. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich somit die Chance, dass einem leukämiekranken Patienten das Leben gerettet werden kann.


Heike Gunkelmann hofft, dass viele Spieler und Zuschauer, die Gelegenheit zur Typisierung wahrnehmen: „Unter der Schirmherrschaft von Imad Zayouna, dem Geschäftsführer von PlanE, werden wir Ihnen und Ihrer Mannschaft ein Turnier mit viel Fußball, Spaß und Preisen präsentieren. Werden Sie Lebensretter!“




Ein Fingerhut voll Blut genügt, um sich als Stammzell- bzw. Knochenmarkspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren zu lassen.

Wer kann sich als Stammzellspender registrieren lassen? Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren aufnehmen lassen. Wer nicht älter als 40 Jahre ist, kann kostenlos typisiert werden. Gleiches gilt für Jugendliche ab 16 Jahren – vorausgesetzt die Eltern stimmen zu. Doch es gibt Ausschlusskriterien für die Stammzellspende, über die man sich vor der Typisierung informieren sollte – schwere Krankheiten und die Zahl der Schwangerschaften sind relevant.


„Typisierung“ lautet der Fachbegriff für die Aufnahme in die Stammzellspenderdatei: Ist der Gesundheitsfragebogen unterschrieben, wird ein Fingerhut voll Blut abgenommen. Aus der Blutprobe werden die Gewebemerkmale des Spenders analysiert. Die Merkmale werden bei der Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert und anonym an das deutsche Zentralregister übermittelt. So stehen sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung.


Mehr Info: Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de), gebührenfreie Info-Hotline 08 00 - 766 77 24, info@stefan-morsch-stiftung.de.


Wie funktioniert eine Stammzellspende? Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.


Ich bin bereits typisiert. Soll ich nochmal? Wer bereits typisiert ist, sollte sich nicht noch einmal registrieren lassen. Egal, wo er registriert ist, die Daten aller Stammzellspenderdateien stehen anonymisiert über das deutsche Zentralregister des ZKRD für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Wer mehrfach registriert ist, würde als Mehrfach-Treffer erscheinen und so zunächst den Eindruck erwecken, es gäbe mehrere Spender zur Auswahl. Letztendlich wäre das eine trügerische Hoffnung. Wer schon typisiert ist, sollte jedoch überlegen, ob die Spenderdatei noch die aktuellen Kontaktdaten hat. Über die Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-Stiftung.de) lassen sich die aktuellen Kontaktdaten online eintragen.



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