Hermann aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich
05.02.2015
Feuerwehr Salmtal, der SV Dörbach und der Verein Wir wollen helfen“ rufen zur Typisierung für dreifachen Familienvater auf – Typisierungsaktion am Sonntag, 22. Februar


„Feuerwehrmann sucht Lebensretter“ unter diesem Motto startet am Sonntag, 22. Februar, eine großangelegte Hilfsaktion für einen an Leukämie erkrankten Feuerwehrkameraden aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich. Die Feuerwehr Salmtal, der SV Dörbach und der Verein „Wir wollen helfen“, rufen gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, zur einer Typisierung als Stammzell- bzw. Knochenmarkspender auf. Wer sich registrieren lassen möchte, kann zwischen 13 und 18 Uhr, in der Integrierten Gesamtschule Salmtal, Salmaue 8, in Salmtal kommen.


Hermann, der im Berufsleben ein Experte ist, was die Sicherheit von Autos angeht, ist einer von mehr als 10 000 Menschen, die jährlich in Deutschland an Leukämie erkranken. Wenn Chemotherapie und Bestrahlung nicht helfen, kann nur noch eine Stammzelltransplantation helfen. Durch sie wird dem Patienten ein neues blutbildendes System übertragen. Dazu braucht der 48jährige aktive Feuerwehrmann aber einen Spender, dessen Gewebemerkmale weitestgehend mit den eigenen übereinstimmen. Deshalb wird dann - manchmal weltweit - nach einem genetischen Zwilling gefahndet. In den Knochenmark-und Stammzellspenderdateien wie der Stefan-Morsch-Stiftung sind mehr als 25 Millionen Menschen registriert und trotzdem ist es immer noch ein Glücksfall, wenn sich für einen Patienten ein passender Spender findet.


Die Feuerwehr Salmtal, SV Dörbach und der Verein „Wir wollen helfen“ arbeiten jetzt fieberhaft daran, den Aufruf für den dreifachen Familienvater publik zu machen. Plakate sind gedruckt und werden in den kommenden Tagen verteilt: „Wir wollen mit diesem Aufruf, nicht nur unserem Feuerwehrkameraden helfen. Es geht darum, dass viele Menschen eine Chance im Kampf gegen den Blutkrebs bekommen“, erklären die Organisatoren.


Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren aufnehmen lassen. Wer nicht älter als 40 Jahre ist, kann kostenlos typisiert werden. Gleiches gilt für Jugendliche ab 16 Jahren – vorausgesetzt die Eltern stimmen zu. Doch es gibt Ausschlusskriterien für die Stammzellspende, über die man sich vor der Typisierung informieren sollte – schwere Krankheiten und die Zahl der Schwangerschaften sind dabei relevant. Am geplanten Info-Abend, Montag, 9. Februar, 19 Uhr, bei der Feuerwehr Salmtal stehen Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung für alle Fragen rund um das Thema Stammzellspende und Typisierung zur Verfügung.


„Typisierung“ lautet der Fachbegriff für die Aufnahme in die Stammzellspenderdatei: Ist der Gesundheitsfragebogen unterschrieben, wird ein Fingerhut voll Blut abgenommen. Aus der Blutprobe werden die Gewebemerkmale des Spenders analysiert. Die Merkmale werden bei der Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert und anonym an das deutsche Zentralregister übermittelt. So stehen sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung.


Mehr Info: Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de), gebührenfreie Info-Hotline 08 00 - 766 77 24, info@stefan-morsch-stiftung.de.




Wie wird man Mitglied im Team der Lebensretter? Schritt 1: Informieren Sie sich über das Thema Stammzellspende – bei der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de), gebührenfreie Hotline 08 00 - 766 77 24 , info@stefan-morsch-stiftung.de


Schritt 2: Sie müssen den Gesundheitsfragebogen ausfüllen und unterschreiben – auch der ist auf der Homepage unter Einverständniserklärung abrufbar.


Schritt 3: Um die für eine Transplantation entscheidenden Gewebemerkmale (HLA-Werte) zu bestimmen, werden 5,6 ml Blut entnommen - ein Fingerhut voll. Teiluntersuchungen sind auch über Abstriche der Mundschleimhaut mit einem speziellen Wattestäbchen möglich. Ihre persönlichen Daten und HLA-Merkmale werden unter der Beachtung des Datenschutzgesetzes bei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Für weltweite Suchanfragen stehen sie anonymisiert zur Verfügung.


Muss man 18 Jahre alt sein, um sich typisieren lassen? Jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren Stammzellen bzw. Knochenmark spenden. Mit dem schriftlichen Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Für die Spendersuche wird man erst mit Erreichen der Volljährigkeit freigeschaltet. Bevor das geschieht, wird der Spender von der Stefan-Morsch-Stiftung noch einmal angeschrieben, um das Einverständnis zu bestätigen. Die Wahrscheinlichkeit, zur Spende gebeten zu werden, ist bei einem Aufnahmealter von unter 20 Jahren zehn Mal so hoch ist wie bei einem Aufnahmealter von gut 45 Jahren, belegen die Statistiken des ZKRD.


Ist die Typisierung kostenlos? Die Stefan-Morsch-Stiftung hat sich immer für die kostenlose Registrierung der Neuspender eingesetzt und möchte dies auch so weiterführen.


Als gemeinnützige Organisation ist sie auf Spendengelder angewiesen und muss diese verantwortungsbewusst einsetzen. Statistische Auswertungen haben gezeigt, dass ältere Spender sehr viel seltener von den Ärzten als Spender ausgewählt werden, und auch Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften nur noch sehr selten als Spender angefordert werden. Diese Auswertung entspricht den aktuellen medizinischen Forschungen.


Daher hat die Stiftung Kriterien zur Registrierung als Stammzellspender festgelegt, die beiden Aspekten Rechnung trägt. So ist etwa das Höchstalter für die kostenlose Registrierung auf 40 Jahre begrenzt. Gleiches gilt für Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften.


Eine Aufnahme in die Spenderdatei ist jedoch auch für diese Freiwilligen möglich. Die Stiftung bittet diesen Personenkreis, wenn er sich typisieren lassen will, um einen Beitrag in Höhe von 50 Euro zu den Typisierungskosten.




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