Arne sucht Lebensretter
28.04.2014
Fußballfreunde und Kollegen organisieren im Kreis Osterode am 16. Mai eine Typisierung - 9. Mai ist Info-Abend


Arne Hoffschlaeger, 25 Jahre alt, Sportler, ist an Leukämie erkrankt. Er braucht eine Stammzellspende, um im Kampf gegen den Blutkrebs eine Chance zu haben. Deshalb organisieren Freunde zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, eine Typisierungsaktion für den 25-jährigen Sportjournalisten: Am Freitag, 16. Mai, kann man sich in der Zeit von 14 bis 18 Uhr am Rande des Fußballfeldes in Scharzfeld (Kreis Osterode) eine Blutprobe entnehmen lassen, um sich als potenzieller Stammzellspender registrieren zu lassen. Ein kleiner Piks, der für Arne oder einen anderen an Leukämie erkrankten Menschen die Chance auf Heilung bieten kann. Im Anschluss findet ein Benefizspiel statt.


Denn Leukämie ist nur eine der Erkrankungen, die eine Übertragung von Blutstammzellen notwendig machen  können. Mit der Transplantation bekommt der Patient ein neues blutbildendes System – seine einzige Chance auf Leben, wenn Chemotherapie oder Bestrahlungen nicht geholfen haben. Eine Transplantation ist aber nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich typisieren lassen.


Um Stammzellen transplantieren zu können, müssen die Gewebemerkmale von Spender und Patient übereinstimmen. So sind in den Knochenmark- und Stammzellspenderdateien wie der Stefan-Morsch-Stiftung zwar weltweit mehr als 20 Millionen Menschen registriert – trotzdem ist es oft noch ein Glücksfall, wenn sich für einen Patienten ein passender Spender findet.


Typisierung lautet der Fachbegriff für die Aufnahme in die Stammzellspenderdatei. Aus einer Blutprobe – es genügt ein Fingerhut – werden die Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) des Spenders bestimmt. Gleiches funktioniert auch mit einem Abstrich der Mundschleimhaut. Stimmen im besten Fall zehn von zehn dieser Merkmale überein, ist man der passende Spender. Jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren kann sich als Stammzellspender registrieren lassen. Mit dem Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Die Eltern sollten dann die Einverständniserklärung mit unterschreiben.


Wer bereits typisiert ist, sollte sich nicht noch einmal registrieren lassen. Egal, wo er registriert ist, die Daten aller Stammzellspenderdateien stehen anonymisiert über das Register des Zentralen Knochenmarkspender-Registers Deutschland (ZKRD) für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Wer mehrfach registriert ist, würde als Mehrfach-Treffer erscheinen und so zunächst den Eindruck erwecken, es gäbe mehrere Spender zu Auswahl. Letztendlich wäre das eine trügerische Hoffnung. Wer schon typisiert ist, sollte jedoch überlegen, ob die Spenderdatei noch die aktuellen Kontaktdaten hat.


Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme werden durch eine Punktion des Beckenkamms 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert etwa eine Stunde. Die zweite Methode – und die häufigste – ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt.


Arnes Freunde und auch seine Kollegen beim Harzkurier wollen Menschen, darüber aufklären wie sie helfen können. Fußballvereine rund um Herzberg haben ihre Mitglieder dazu aufgerufen, sich typisieren zu lassen. Am Freitag, 9. Mai, 18 Uhr, kann man sich im Dorfgemeinschaftshaus Scharzfeld direkt bei den Mitarbeitern der Stefan-Morsch-Stiftung informieren.


Weitere Informationen zum Thema Typisierung und zur Stefan-Morsch-Stiftung online unter www.stefan-morsch-stiftung.de. Hier kann man sich auch online als Spender registrieren.



back