Der leukämiekranke Jurij braucht einen Lebensretter
10.01.2014

Der Verein Teestube David – Hilfe zum Leben nach Tschernobyl, der Jugendverband Neumünster und die Stefan-Morsch-Stiftung rufen zur Typisierung am 24., 25. und 26. Januar, 10 bis 16 Uhr in Neumünster auf




Mit diesem Plakat wird für die Typisierungsaktionen in Neumünster geworben

Allein in Deutschland wird jährlich etwa 600 Kindern die Diagnose Leukämie gestellt. Nicht immer können Chemotherapie und/oder Bestrahlung die jungen Patienten heilen. Dann ist die Transplantation von Stammzellen die letzte Überlebenschance. Der 13-jährige Jurij Ljadov aus der Ukraine hat nur noch diese Chance und sucht dringend einen Stammzellspender. Um ihm zu helfen ruft der Verein Teestube David zusammen mit dem Jugendverband Neumünster und der Stefan-Morsch-Stiftung zur Registrierung als Lebensretter auf: Freitag, 24. Januar in der Theodor-Litt-Schule, Parkstraße 12, Samstag, 25. Januar Klaus-Groth-Schule, Parkstraße 1 und am Sonntag, 26. Januar im Haus des Jugendverbandes Neumünster, Boostedter Str. 3, jeweils von 10 bis 16 Uhr.




Unter der kostenlosen Hotline 08 00 - 766 77 24 sind wir gerne für Sie da

„Zusammen sind wir eine Kraft, die vieles – auch außergewöhnliches – schafft“, sagt Eberhardine Seelig, Leiterin des Vereins Teestube David – Hilfe zum Leben nach Tschernobyl. Immer wieder reist sie in die Ukraine, wo der Verein eine Rehabilitation für krebskranke Kinder aufbaut. So erfuhr sie von Jurij und nahm sofort die Organisation einer Hilfsaktion für ihn in die Hand. Die Stefan-Morsch-Stiftung unterstützt sie dabei. Unter dem Leitmotiv “Helfen – Hoffen – Heilen“ leistet Deutschlands älteste Stammzellspenderdatei schnelle und persönliche Hilfe für Leukämiekranke und ihre Familien. Um für Patienten, denen nur noch eine Stammzelltransplantation die Aussicht auf Heilung gibt, schnellstmöglich einen passenden Stammzellspender zu finden, wirbt die Stefan-Morsch-Stiftung für eine „Typisierung“ – eine Registrierung in der Spenderdatei.




Ein Fingerhut voll Blut genügt

Die Stefan-Morsch-Stiftung informiert: Wie wird man Lebensretter?


Nach entsprechender Aufklärung über das Thema Stammzelltransplantation muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Blutabnahme und Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe (knapp ein Fingerhut voll Blut) werden die Gewebemerkmale des Spenders im hauseigenen Labor der Stiftung bestimmt und bei der Spenderdatei gespeichert. Von dort werden sie anonym dem Zentralregister in Ulm übermittelt, wo sie mit denen der Patienten weltweit verglichen werden können. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich somit die Chance, dass leukämiekranken Patientenweltweit  – wie Jurij – das Leben gerettet werden kann.


Jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren kann sich registrieren lassen. Ab 16 Jahren kann man sich mit dem schriftlichen Einverständnis der Eltern aufnehmen lassen. Das Höchstalter für eine Neuaufnahme, die aus Spendenmitteln finanziert wird, liegt bei 40 Jahren, da wir wissen, dass Spender, die älter sind als 40 Jahre nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Außerdem nehmen Erkrankungen und Beschwerden ab diesem Alter zu, so dass viele Spender aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Spende zugelassen werden. Ähnliches gilt für Frauen, die mehr als zwei Schwangerschaften (auch Fehlgeburten zählen dazu) hatten. Denn im Rahmen von Schwangerschaften können Antikörper gebildet werden, die nach heutigem Kenntnisstand den Transplantationserfolg gefährden können. Darüber hinaus gelten nahezu die gleichen Ausschlusskriterien, wie für die Blutspende. Sollten Sie vorab noch Fragen haben, sind wir gerne für Sie unter der gebührenfreie Hotline 08 00 - 766 77 24 erreichbar.


Sollten Sie später als Spender ausgewählt werden, wird zu ihrer Sicherheit ein umfassender Gesundheitscheckup durchgeführt. Die Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung werden sie kontaktieren, beraten und begleiten Sie während der gesamten Vorbereitung auf die Stammzellspende. Der Verdienstausfall und alle anderen anfallenden Kosten werden von der Stiftung getragen oder der Krankenkasse des Patienten ersetzt.


Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System. Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. In einer Entnahmestation werden dann die Stammzellen aus dem Blut herausgefiltert bzw. zentrifugiert. Apherese heißt dieses Verfahren.


Bei der klassischen Methode der Knochenmarkspende entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Über die Art der Spende entscheidet der Stammzellspender.



Jeder kann helfen!


Sollten Sie jetzt festgestellt haben, dass Sie nicht als Spender geeignet sind, können Sie trotzdem die Hilfsaktion unterstützen. Die Stefan-Morsch-Stiftung hat ein Spendenkonto unter dem Stichwort: „Hilfe für Jurij“ eingerichtet: Kreissparkasse Birkenfeld IBAN: DE35 5625 0030 0000 0797 90 BIC: BILADE55


Es werden noch freiwillige Ärzte und Blutabnehmer zur Unterstützung der Typisierungsaktionen gesucht. Bitte wenden Sie sich an Eberhardine Seelig, 04321-3 72 24.


 



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