Hilfe für Nicole
24.03.2013
Am Sonntag, 24. März, gibt es eine erste Typisierungs-Aktion im Bürgerhaus Hemmerde, die um 14 Uhr beginnt



Hilfe für Nicole

"Hilfe für Nicole" heißt der Aufruf für eine Typisierungsaktion: Es geht um die 42 Jahre alte Nicole, Mutter eines kleinen Jungen. Die Friseurmeisterin hat ALL - Akute lymphatische Leukämien erfordern eine sofortige und sehr intensive chemotherapeutische Behandlung. Das alles hat die Frau schon hinter sich. Eine Stammzellentransplantation ist nun die letzte Hoffnung, den Blutkrebs zu besiegen. Findet sich ein passender Spender, bekommt die 42 Jährige eine neues blutbildendes System und die Hoffnung auf Leben. Deshalb hat ihre Mutter in Zusammenarbeit mit der Stefan-Morsch-Stiftung einen Aufruf gestartet. Am kommenden Sonntag, 24. März, gibt es eine erste Typisierungsaktion im Bürgerhaus Hemmerde, von 14 bis 18 Uhr.


Als „Typisierung“ bezeichnet man die Laborarbeiten, die für eine Aufnahme in die Stammzellspenderdatei notwendig sind: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe - es genügt ein Fingerhut voll Blut - werden die Gewebemerkmale im Labor bestimmt. Gleiches funktioniert auch mit einem Abstrich der Mundschleimhaut. Nach der Analyse werden diese Merkmale in der Spenderdatei - der Stefan-Morsch-Stiftung - gespeichert. Von dort werden sie anonym an das deutsche Zentralregister (ZKRD) übermittelt, wo die weltweiten Suchanfragen für die Patienten eingehen.


Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine Neuaufnahme, die von der Stefan-Morsch-Stiftung aus Spendenmitteln finanziert wird, ist für die Datei auf 40 Jahre festgelegt worden. Elisabeth Terboven, Koordinatorin der Typisierungsaktionen bei der Stefan-Morsch-Stiftung, begründet das: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Spender, die älter sind als 40 Jahre  nicht mehr, oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden.“ Außerdem nehmen Erkrankungen und Beschwerden ab diesem Alter zu. Terboven nennt eine weitere Einschränkung: „Für Frauen, die mehr als zwei Schwangerschaften (auch Fehlgeburten zählen dazu) hatten, können wir bei der Typisierung keine Spendengelder aufwenden. Denn im Rahmen von Schwangerschaften können Antikörper gebildet werden, die nach heutigem Kenntnisstand den Transplantationserfolg gefährden können.“ Darüber hinaus  gelten nahezu die gleichen Ausschlusskriterien, wie für die Blutspende (Gesundheitsfragebogen). Die Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung geben ihnen gerne Auskunft. (Gebührenfreie Hotline: 08 00 - 766 77 24)


Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöhen sich die Chancen, dass einem an Leukämie erkrankten Menschen geholfen werden kann. Sollten man später als Spender ausgewählt werden, wird vor der Entnahme ein umfassender Gesundheitscheckup durchgeführt. Die Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung kontaktieren den Spender, beraten und begleiten ihn während der gesamten Vorbereitung auf die Stammzellspende.


Was passiert, wenn ich als Spender  in Frage komme?


Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Aus diesen Mutterzellen bilden sich verschiedene  Blutkörperchen, die unter anderem für den Sauerstofftransport und das Immunsystem verantwortlich sind.  Um Stammzellen zu übertragen gibt es zwei Möglichkeiten:


Die Spende peripherer Blutstammzellen


Hierbei gewinnt man die zur Transplantation erforderlichen Blutstammzellen aus dem Blut des Spenders. Dem Spender wird über ca. 4 Tage ein körpereigener Botenstoff gegeben. Dieses Medikament (G-CSF), zweimal täglich unter die Haut gespritzt, stimuliert die Produktion der Stammzellen, die dann aus dem Knochenmark in das periphere Blut übertreten. Hierbei können Nebenwirkungen wie Knochen- oder Gliederschmerzen - ähnlich einer Grippe - auftreten. Die Symptome klingen nach der Spende rasch ab.


In einer Entnahmestation werden die Stammzellen aus dem Blut mittels Apherese "herausgewaschen" (zentrifugiert) – ähnlich wie bei einer Blutplasmaspende oder einer Dialyse. Die Stammzellseparation dauert ca. 4 – 5 Stunden. In einigen Fällen muss sie am folgenden Tag wiederholt werden. Die Spende wird ambulant durchgeführt. Es ist kein stationärer Aufenthalt mit einem operativem Eingriff und Narkose erforderlich.


Die Knochenmarkspende


Bei diesem Verfahren zur Stammzellgewinnung wird Knochenmark durch Punktion des Beckenkamms gewonnen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff wird stationär in einer Spezialklinik vorgenommen. Unter Vollnarkose wird dem Spender ca. 1 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen. Die Menge bildet sich innerhalb von 14 Tagen nach. Was bleibt, sind zwei kleine Narben über dem Gesäß. Insgesamt dauert der Krankenhausaufenthalt ca. 2 – 3 Tage. Das Risiko bei der Knochenmarkentnahme beschränkt sich auf das übliche Narkoserisiko. Zahlen und Fakten zur Stefan-Morsch-Stiftung


Eine gemeinnützige Stiftung:


Mit den Geldspenden werden die Blutanalysen der neu registrierten Spender finanziert, da diese Kosten von den Krankenkassen nicht gedeckt werden. Zudem unterstützt die Stefan-Morsch-Stiftung Patienten und deren Angehörigen, wenn  Sie durch die Krankheit in finanzielle Notlagen geraten sind.


Spendenkonto: Dortmunder Volksbank , BLZ 441 600 14, Kto.: 676 676 000





back